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Praktikanten bei der Polizei - Warum Unbeleckte häufig zu Romanfiguren avancieren -
Kürzlich fragte mich eine Krimiautorin: "Vielleicht kannst du mir mit ein paar Infos für eine Kurzgeschichte weiterhelfen? Gibt es Volontäre/Praktikanten o. Ä., die relativ unbeleckt in ein Kommissariat kommen? Wie unbeleckt sind die?"
Gibt
es diese Youngster tatsächlich im polizeilichen Alltag? Wie in jedem Beruf werden auch bei der Polizei Nachwuchskräfte ausgebildet und eingeführt, wobei ein ausgeklügeltes Gesetzeswerk ihren Einsatz in der Praxis genau definiert. Bei der Polizei gibt es drei Laufbahngruppen, die eine unterschiedliche Ausbildung mit integrierten Praktika erhalten. Noch
gibt es in Nordrhein-Westfalen den mittleren Dienst. Das sind die Beamten, die
anfangs mit grünen Sternen auf ihren Schulterklappen ausgestattet werden. Der
Anfangsdienstgrad der "Grünlinge" ist der des Polizeimeisters. Als
Romanfiguren taugen diese Karrieren nicht mehr (es sei denn, es soll ein
historischer Roman werden), weil im Herbst 2001 zum letzten Mal auch Realschüler
die Chance erhalten, sich bei der Polizei zu bewerben und in
Polizeiausbildungsinstituten (die meisten Autoren sprechen von Polizeischulen in
ihren Romanen) eine ganz spezielle Lehre zu beginnen. Während dieser
zweieinhalbjährigen Ausbildungszeit werden sie tageweise in den Einzeldienst,
also den praktischen Polizeidienst geschickt, um die mit integrativen Lehr- und
Lernmethoden eingeübte Rechtstheorie "auf der Straße"
auszuprobieren. Bisher galt der Kommissar als ein Polizist mit Führungsaufgaben, zumindest -anteilen. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass die Polizei ab 2002 ausschließlich im gehobenen Dienst einstellen wird, mit der Folge, dass nur noch Abiturienten diese Laufbahn einschlagen können und mit dem Anfangsdienstgrad "Kommissar" als Gesetzeshüter agieren werden: Kommissare bei der Verkehrskontrolle, Kommissare mit Schutzschild und -helm bei einer Demo, Kommissare als Ermittler bei der Verbrechensaufklärung. Silbersterne blitzen bei den uniformierten Polizei-Kommissaren auf den Schulterklappen. Auch zivile Ermittler sind Kommissare, allerdings Kriminal-Kommissare mit gleicher "Lohntüte". Kommissare beginnen ihre Laufbahn auf der Fachhochschule. Ihre erste Beamtenwoche verbringen sie in einem "Eingangspraktikum". Da haben wir sie wieder, die Praktikanten. Völlig unbeleckt und nur mit Krimi-Wissen als Rüstzeug nehmen sie ihren ersten Kontakt mit den Streifenbeamten auf. In der Regel wird man versuchen, sie vor dem Kontakt mit Verbrechern zu schützen. Nicht immer gelingt das, toller Stoff für Krimis! Die
Ausbildungsordnung sieht Studienabschnitte/Praktika mit folgendem Ablauf vor: Also auch hier wieder viele Möglichkeiten, in Kriminalromanen mit Praktikanten zu arbeiten, wobei diese je nach Studiendauer sehr unterschiedliche Kenntnisse und Erfahrungen haben werden. Die
Beamten des höheren Dienstes sind an den goldenen Sternen auf ihren
Schulterklappen erkennbar. Polizeirat und später -direktor wird, wer sich im
gehobenen Dienst bewährt und ein bestimmtes Auswahlverfahren mit Studium an der
Polizei-Führungsakademie in Münster absolviert hat. Wer weitere Einzelheiten über die Ausbildungs- und Praktikumsmodalitäten der Polizei erhalten möchte, kann die juristischen Bibliotheken der Universitäten aufsuchen und dort das Gesetzes- und Verordnungswerk der Polizei einsehen (vor allem Laufbahnverordnung sowie Ausbildungs- und Prüfungsverordnung). © by Reiner M. Sowa 2001 Frühere Themen des Krimi-IQ finden Sie hier . Wenn Sie nach weiteren Büchern stöbern möchten, suchen Sie im Stöberkasten Ihre Kategorie und klicken auf "Los". |
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