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Späte Leichenerscheinungen - Von der Fäulnis bis zur Skelettierung - Sollten Sie noch nicht über Informationen zu den frühen Leichenerscheinungen verfügen, erscheint es mir ratsam, zunächst den Krimi-IQ 7 zu lesen. Mit der dort beschriebenen Totenstarre und den Totenflecken wird der biologische Verwesungsprozess eingeleitet. Die nachfolgenden Ausführungen sind keineswegs umfassend, sondern sollen lediglich einen Eindruck verschaffen, welchen Belastungen die Polizei bei der Leichenschau ausgesetzt ist. Viele Krimi-Autoren beschreiben die Ängste ihrer Protagonisten beim Leichenfund, und das mit recht. Bereits das Lesen der verschiedenen Verwesungsprozesse kann Unbehagen auslösen, weshalb ich sensiblen Krimi-IQ-Lesern empfehlen möchte, sich die weiteren Einzelheiten zu ersparen und vielleicht in den Krimi-Shop zu wechseln. 1. Fäulnis und Verwesung Als Autolyse bezeichnen Fachleute die Fäulnis
und die Verwesung. Es handelt sich um unterschiedliche
aufeinanderfolgende Prozesse der Leichenzersetzung, die in der Regel eine Stunde
nach dem Ableben beginnen. Zunächst wird der Bauch- und Brustraum und nach
längerer Zeit der gesamte Körper von der Autolyse eingenommen. 2. Fettwachsbildung und Mumifizierung Fettwachs entsteht bei vollständigem Fehlen von Luft z .B. unter Wasser oder in einem luftundurchlässigen Lehmboden. Hierbei wandelt sich das Körperfett in eine wachsartige Masse, die den Leichnam wie ein Panzer konserviert. Dieser Prozess beginnt nach etwa sechzig Tagen. In bewegter Luft mit einem
geringen Feuchtigkeitsgehalt verdunstet die Körperflüssigkeit, das Gewebe
trocknet aus und der Leichnam schrumpft. Es kommt zu einer Mumifizierung von
Körperteilen, die eine schwärzliche Färbung annehmen. Häufig ist dies bei
Erhängten in luftigen und trockenen klimatischen Verhältnissen zu beobachten. 3. Die Skelettierung Fäulnis und Verwesung, aber auch Tierfraß führen dazu, dass das gesamte Körpergewebe vom Knochengerüst gelöst wird. Bestimmte Gerichtsmediziner sind heutzutage in der Lage, das Aussehen einer skelettierten Leiche zu rekonstruieren, so dass auch entsprechende, für eine Fahndung geeignete Aufnahmen vom früheren Gesicht des Opfers hergestellt werden können. Diese Ausführungen sollen zu diesem Fachgebiet als allgemeiner Überblick genügen. Weiteres Hintergrundwissen zum Todesermittlungsverfahren sowie dem Erkennen eines Fremdverschuldens bietet das Fachbuch Todesermittlungen, erschienen im Kriminalitik-Verlag, das ich vor allem Krimi-Autoren nur empfehlen kann. Weitere Informationen zu diesem Buch finden Sie hier. © by Reiner M. Sowa 2003 Frühere Themen des Krimi-IQ finden Sie hier . Wenn Sie nach weiteren Büchern stöbern möchten, suchen Sie im Stöberkasten Ihre Kategorie und klicken auf "Los". |
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